31 May 2026

Deutschlands föderales System mit seinen 16 Bundesländern beeinflusst die praktische Anwendung des Glücksspielstaatsvertrags von 2021 nach wie vor erheblich, denn die Länder setzen die nationalen Vorgaben in unterschiedlichem Tempo und mit variierenden Schwerpunkten um, was zu Abweichungen bei der Lizenzvergabe, Werbebeschränkungen und Spielerschutzmaßnahmen führt, obwohl eine gemeinsame Koordinierung über die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder erfolgt.
Die Umsetzung des GlüStV 2021 zeigt in den einzelnen Ländern klare Variationen, weil jedes Bundesland eigene Behördenstrukturen und Prioritäten hat, die von regionalen politischen Mehrheiten und der jeweiligen öffentlichen Meinung geprägt werden, sodass ein und dieselbe Regelung in einem Land strenger gehandhabt wird als in einem anderen, während die gemeinsame Behörde versucht, ein Mindestmaß an Einheitlichkeit herzustellen.
Beobachter der Regulierungslandschaft stellen fest, dass einige Länder bei der Überwachung von Werbeaktivitäten besonders aktiv sind, während andere den Fokus stärker auf die Kontrolle von Spielerschutzmechanismen legen, und diese unterschiedlichen Gewichtungen führen dazu, dass Betreiber mit bundesweiten Lizenzen in verschiedenen Regionen mit abweichenden Auflagen konfrontiert werden.
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder meldete bis 2025 mehr als 30 lizenzierte Betreiber, die den regulierten Markt bedienen, und dieser Markt erzielte 2024 ein Bruttospielertrag von über 13 Milliarden Euro, wobei die Länder bei der Behandlung lizenzierter versus unlizenzierter Anbieter unterschiedliche Praktiken anwenden, die von der Toleranz gegenüber Grauzonen bis hin zu konsequenten Sperrmaßnahmen reichen.
In manchen Bundesländern erfolgt die Blockade illegaler Angebote schneller und konsequenter, während andere Regionen zunächst auf Aufklärung und freiwillige Einstellung setzen, was zu einem uneinheitlichen Spielraum für nicht lizenzierte Plattformen führt und die Wettbewerbsbedingungen für legal agierende Unternehmen regional verzerrt.

Regionale politische Konstellationen und Stimmungen in der Bevölkerung beeinflussen die Prioritätensetzung der Länder bei der Anwendung des GlüStV 2021 maßgeblich, denn in Bundesländern mit starker Bürgerbeteiligung oder besonderer Sensibilität gegenüber Suchtprävention werden strengere Kontrollen und zusätzliche Auflagen eingeführt, während wirtschaftlich orientierte Regionen eher auf eine ausgewogene Balance zwischen Regulierung und Marktentwicklung achten.
Experten haben beobachtet, dass diese politischen und gesellschaftlichen Faktoren zu einer fragmentierten Landschaft führen, in der nationale Koordinierungsversuche zwar existieren, die tatsächliche Ausgestaltung jedoch stark von den jeweiligen Landesregierungen abhängt und sich im Laufe der Jahre weiter ausdifferenziert hat.
Im Mai 2026 zeigen sich die Auswirkungen dieser föderalen Struktur unverändert deutlich, da die Länder weiterhin eigene Wege bei der Fortentwicklung von Lizenzverfahren und Werberichtlinien beschreiten, obwohl die gemeinsame Behörde regelmäßig Abstimmungsgespräche führt, um die größten Abweichungen zu minimieren.
Statistiken und Berichte der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder belegen, dass die Zahl der lizenzierten Anbieter stabil bleibt und der regulierte Markt weiterhin signifikante Umsätze generiert, während die regionalen Unterschiede in der Praxis der Kontrolle und Durchsetzung bestehen bleiben und damit die Komplexität für Marktteilnehmer erhöhen.
Die Struktur der 16 Bundesländer prägt die praktische Umsetzung des Glücksspielstaatsvertrags von 2021 nachhaltig und erzeugt ein System, in dem nationale Rahmenbedingungen auf landesspezifische Auslegungen treffen, was zu einer Vielzahl von Regelungsvarianten bei der Lizenzierung, Werbung und dem Spielerschutz führt, die auch 2026 noch spürbar sind.